Erneuerung der Aschachbrücke bei Waizenkirchen
118 Jahre alte Eisenbahnbrücke wird umfassend erneuert
Die Eisenbahnbrücke über die Aschach stammt aus dem Jahr 1908. Sie wird im Zuge des Baus der damaligen Lokalbahn Neumarkt – Waizenkirchen – Peuerbach (NWP) errichtet und ist seit mittlerweile 118 Jahren in Betrieb.
Nach mehr als einem Jahrhundert im Einsatz ist die Stahlbrücke einschließlich der angeschlossenen Vorlandbrücke aufgrund ihres Gesamtzustandes dringend erneuerungsbedürftig. Mit dem aktuellen Bauprojekt modernisieren wir daher nicht nur die Brückenbauwerke, sondern auch einen größeren Abschnitt der Bahninfrastruktur rund um Waizenkirchen.
Ziel der umfangreichen Maßnahmen ist es, auch künftig einen sicheren und zuverlässigen Eisenbahnbetrieb zu gewährleisten, den Fahrweg zu modernisieren und den Fahrkomfort für unsere Fahrgäste weiter zu erhöhen. Gleichzeitig schaffen die Arbeiten die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine schrittweise Erhöhung der Zuggeschwindigkeit.
Schienenersatzverkehr während der Gleissperre
Während der Gleissperre von 12. Oktober bis einschließlich 18. November 2026 ist zwischen Peuerbach und Waizenkirchen kein regulärer Zugverkehr möglich. Für unsere Fahrgäste wird in beiden Richtungen ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Während dieser intensiven Bauphase kann es zudem auf der Willersdorfer Gemeindestraße zeitweise zu Einschränkungen für den Individualverkehr kommen. Über konkrete Behinderungen informieren wir zeitgerecht.
Da einzelne Arbeiten auch während der Nacht durchgeführt werden müssen, kann es fallweise zu Beeinträchtigungen durch Baulärm kommen. Wir bemühen uns, diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, und bedanken uns bei Anrainer und Verkehrsteilnehmer für ihr Verständnis.
Die Arbeiten an der neuen Aschachbrücke laufen
Die Vorbereitungs- und Bauarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Die erforderlichen Baustelleneinrichtungsflächen sind in Abstimmung mit den Grundstücksbesitzer hergestellt. Parallel dazu entstehen die neuen Widerlager für das Stahltragwerk.
Für den späteren Einbau der neuen Brücke werden spezielle Einschubbahnen samt Hilfsfundamenten errichtet. Über diese wird das neue Tragwerk zunächst längs über die Aschach und anschließend quer in seine endgültige Position in der Gleistrasse verschoben.
Das Herzstück des Projekts ist das neue Brückentragwerk in Form einer modernen Stahl-Fachwerkkonstruktion. Die vier Teilsegmente werden per Straßen-Sondertransport zur Baustelle geliefert, auf der vorbereiteten Verschubbahn positioniert und vor Ort miteinander verschweißt. Derzeit läuft die Endmontage des Stahltragwerks. Im Anschluss erhält die Konstruktion den erforderlichen Korrosionsschutz.
Während der geplanten Gleissperre von 12. Oktober bis 18. November 2026 wird die neue Brücke schließlich in ihre endgültige Position eingeschoben.
Auch das Hochwasser-Entlastungsgerinne wird erneuert
Neben der Aschachbrücke erneuern wir auch das bestehende Hochwasser-Entlastungsgerinne im Bereich von Bahn-km 12,375. Das bisherige Stahltragwerk wird durch ein neues Stahlbeton-Dreifach-Rahmenbauwerk ersetzt.
Das neue Bauwerk entsteht zwischen Juli und September 2026 seitlich der bestehenden Bahntrasse, während der Zugverkehr weiterläuft. Aktuell erfolgen unter anderem die erforderlichen Abdichtungsarbeiten.
Während der Gleissperre wird das fertiggestellte Rahmenbauwerk mittels hydraulischem Einschubverfahren von seiner derzeitigen Seitenlage in die endgültige Position in der Bahntrasse verschoben.
Umfassende Erneuerung der Gleisanlagen
Die Arbeiten beschränken sich nicht auf die beiden Brückenbauwerke. Während der Gleissperre wird auch der Gleiskörper von der Einfahrweiche im Bahnhof Waizenkirchen bis zur Eisenbahnkreuzung bei Bahn-km 11,907 im Bereich der Zufahrt zur Firma Haslehner umfassend erneuert.
Dabei werden Gleisunterbau und Gleisoberbau neu hergestellt. Das neue Gleis erhält ein Schotterbett, Betonschwellen und neue Schienen. Nach der maschinellen Durcharbeitung entsteht ein durchgehend verschweißtes Gleis. Zusätzlich werden bestehende Fahrleitungsmaste sowie Kabeltröge für die Sicherungstechnik erneuert.
Damit handelt es sich bei dem Gesamtprojekt um eine umfassende Erneuerung des Fahrwegs, der Brückenbauwerke und der Fahrleitungsanlage.
Die nächsten Schritte
Derzeit laufen die Endmontage des neuen Stahltragwerks der Aschachbrücke, Betonarbeiten im Bereich der künftigen Widerlager sowie Arbeiten am neuen Hochwasser-Entlastungsgerinne.
Von 12. Oktober bis 18. November 2026 folgt während der Gleissperre die intensivste Bauphase. In diesem Zeitraum werden die bestehende Fahrleitung und das Streckengleis im Sanierungsabschnitt abgetragen. Anschließend werden die alten Tragwerke einschließlich der Widerlager entfernt und die neuen Brückenwiderlager hergestellt.
Danach erfolgen der Einschub der neuen Aschachbrücke sowie des neuen Bauwerks für das Hochwasser-Entlastungsgerinne. Nach der Hinterfüllung der Widerlager und der Herstellung der Geländeanschlüsse werden der neue Gleiskörper und die Fahrleitungsanlage errichtet.
Ab 19. November 2026 werden die Bauhilfsmaßnahmen wie Hilfswiderlager und Einschubbahnen zurückgebaut. Anschließend erfolgen die Fertigstellung der Brückenausrüstung, notwendige Ufersicherungen im Bereich der Aschach sowie die abschließende Räumung der Baustelle.
Die gesamten Bauarbeiten sind voraussichtlich bis Mitte Dezember 2026 abgeschlossen.
Änderung beim Eisenbahnübergang beim Biohof Doppler
Im Zuge des Projekts ändert sich auch die Verkehrsführung beim bestehenden Eisenbahnübergang zwischen der Ortsstraße beim Biohof Doppler und der Willersdorfer Gemeindestraße.
Die bisher öffentliche Eisenbahnkreuzung wird in einen nicht öffentlichen Eisenbahnübergang mit Sperrschranken umgewandelt. Die Benützung mit Fahrzeugen ist künftig ausschließlich für Berechtigte möglich. Für Fußgänger bleibt eine öffentliche Querungsmöglichkeit mit Umlaufsperre bestehen.
Die Zufahrt zum Biohof Doppler erfolgt künftig über die Gemeindestraße Parzham aus Richtung Peuerbacher Landesstraße.
Die neue Regelung gilt mit Abschluss der Bauarbeiten Mitte Dezember 2026.
Investition in Sicherheit, Qualität und Zukunft
Mit der Erneuerung der 118 Jahre alten Aschachbrücke und der angrenzenden Bahninfrastruktur setzen wir einen wichtigen Schritt für die langfristige Qualität und Sicherheit der Strecke. Die neuen Brückenbauwerke, moderne Gleisanlagen und die erneuerte Fahrleitungsinfrastruktur sorgen dafür, dass die Bahnverbindung auch in Zukunft zuverlässig und komfortabel genutzt werden kann.
Wir bedanken uns bei unseren Fahrgästen, Anrainer und allen Verkehrsteilnehmer für ihr Verständnis während der Bauarbeiten.